{"id":2409,"date":"2013-12-16T12:49:10","date_gmt":"2013-12-16T10:49:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sav-torgelow-ringen.de\/RV%20MV2\/wordpress_341-de\/wordpress\/?p=2409"},"modified":"2013-12-16T12:49:31","modified_gmt":"2013-12-16T10:49:31","slug":"vizemeister-vizemeister-hey-hey","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ringen-mv.de\/?p=2409","title":{"rendered":"Vizemeister, Vizemeister \u2013 hey, hey!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.ringen-mv.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/logo-l\u00fcbtheen.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-2365\" alt=\"logo-l\u00fcbtheen\" src=\"http:\/\/www.ringen-mv.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/logo-l\u00fcbtheen.png\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>\u201eDas war alles so abgesprochen\u201c, meinte Uwe Bremer mit einem breiten Lachen. Der Pr\u00e4sident des Ringerverbandes Mecklenburg-Vorpommern musste seine Stimme ganz sch\u00f6n erheben, um \u00fcberhaupt durchzudringen. Die L\u00fcbtheener Hans-Oldag-Halle \u201ekochte\u201c noch lange nachdem die Entscheidung im letzten Saisonkampf der 2. Bundesliga mit einem 21:16 zu Gunsten des RV L\u00fcbtheen gefallen war. Dieser Sieg war f\u00fcr die Mecklenburger gleichbedeutend mit dem Gewinn des Vizemeistertitels, und das gleich im Aufstiegsjahr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mehr geht nicht, darin war sich die gro\u00dfe Mehrheit der rund 600 Zuschauer einig. Fans und Aktive lagen sich in den Armen, die Trainer Jens-Peter Sievertsen und Bert Compas wurden auf Schultern getragen. Grenzenloser Jubel auf der einen, tiefe Entt\u00e4uschung auf der anderen Seite. Durch diese Niederlage rutschten die bis dahin punktgleichen G\u00e4ste vom AC Werdau aus den Medaillenr\u00e4ngen auf den undankbaren vierten Platz ab: \u201eEs ist in einigen Gewichtsklassen ziemlich schief gelaufen. Wir sind das j\u00fcngste Team der Liga, da musst du wohl mit so etwas rechnen. Aber die Kampfrichterentscheidungen waren heute auch das Allerletzte, das k\u00f6nnen Sie ruhig so schreiben\u201c, urteilte ein sicht- und h\u00f6rbar gefrusteter Werdauer MannschaftsleiterMarco Olschewski. Trotzdem erwiesn sich die Sachsen als absolut fairer Verlierer. Die L\u00fcbtheener Ringer bewiesen nicht zum ersten Mal in dieser Saison, dass sie viel Sinn f\u00fcr Dramatik haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alexander Ginc (55 kg\/griechisch-r\u00f6misch) sorgte f\u00fcr einen Auftakt, der das Stimmungsbarometer in der Halle gleich auf 180 ansteigen lie\u00df. \u201eWahnsinn, Weltklasse, das gibts doch gar nicht\u201c, war Frank Oldag, sportlicher Leiter des RVL, schier aus dem H\u00e4uschen, als der 15-J\u00e4hrige gegen den etablierten Kirk Reimer durch technische \u00dcberlegenheit (12:0-Punkte) vorzeitig gewann. \u201eDas ist ja nicht irgendwer, das ist der amtierende deutsche Vizemeister der M\u00e4nner.\u201c Doch aus der Begeisterung wurde schnell Ern\u00fcchterung, aus der 4:0-F\u00fchrung bis zur Pause ein 6:12-R\u00fcckstand. Thomas Tonn (120 kg\/Freistil) und Andreas Aurich (96 kg) kassierten jeweils knappe Niederlagen, die mit 1:2 in die Wertung einflossen, Mitko Asenov (60 kg\/Fr.) war gegen den ungarischen Meister Jozsef Molnar chancenlos. Zudem brachte der Kampfrichter die Halle total gegen sich auf \u2013 es wurde lautstark und anhaltend gebuht\u2013, als er gegen Anders Ekstr\u00f6m (66 kg\/gr.-r.) die vierte Verwarnung wegen passiver Kampff\u00fchrung aussprach. Das war gleichbedeutend mit einer Disqualifikation und vier Punkten f\u00fcr den tschechischen Meister Michal Novak. Besonders bitter: Zu diesem Zeitpunkt f\u00fchrte L\u00fcbtheens D\u00e4ne mit 2:1. \u201ePassivit\u00e4t, das ist immer subjektiv und reine Auslegungsache. Genau deshalb bin ich gegen diese neue Regel\u201c, ereiferte sich der L\u00fcbtheener \u201eRingervater\u201c Csaba M\u00e1trah\u00e1zi (73 Jahre).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Pause sah man \u00fcberall zusammengesteckte K\u00f6pfe, gedanklich wurden die Rechenschieber ausgepackt: \u201eWas geht jetzt noch, wo k\u00f6nnen wir wie punkten\u201c, klopfte man die Chancen f\u00fcr die verbleibenden f\u00fcnf K\u00e4mpfe ab. W\u00e4hrend die mitgereisten Werdauer Fans, die ihrerseits ordentlich \u201eAlarm\u201c machten, obenauf waren, herrschten in der L\u00fcbtheener Ecke nachdenkliche Mienen vor: \u201eGerade das letzte Urteil habe ich anders gesehen. Die vier Punkte tun uns nat\u00fcrlich weh. Es kommen noch einige Duelle, in denen man den Ausgang nur schwer voraussagen kann\u201c, gab sich Jens-Peter Sievertsen eher zur\u00fcckhaltend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber auch er lie\u00df sich gerne von der Begeisterung anstecken, die seine Sch\u00fctzlinge anschlie\u00dfend entfachten. Nach dem ungef\u00e4hrdeten Punktsieg von Sebastian Otto (84 kg\/Fr.) zum 9:12 pr\u00e4sentierten sich Dennis Langner (66 kg\/Fr.), Atanas Kolev (84 kg) und Frederik Bjerrehuus (74 kg\/gr.-r.) in bestechender Form und sorgten f\u00fcr eine vorentscheidende Wende. Langner schulterte den daraufhin v\u00f6llig konsternierten William Stier, Kolev sammelte gegen Pavel Powada in bester Eichh\u00f6rnchen-Manier Punkt um Punkt, bis zum frenetisch gefeierten 13:1, und Bjerrehuus machte gegen Chris Wemme kurzen Prozess. Nach gerade einmal einer Minute Kampfzeit stand das 14:0 fest, Sieg durch technische \u00dcberlegenheit \u2013 es hie\u00df 21:12. Die L\u00fcbtheener Fans hielt es l\u00e4ngst nicht mehr auf ihren Sitzen. Dieser besonderen Atmosph\u00e4re, jeder K\u00e4mpfer wurde namentlich angefeuert,\u00a0 konnte sich wohl niemand entziehen \u2013 G\u00e4nsehaut-Feeling pur. Die Gesichter auf Werdauer Seite wurden dagegen lang und l\u00e4nger. Dass Zsombor Gulyas (74 kg\/Fr.) abschlie\u00dfend gegen Benjamin Sadkowiak, der kurzfristig f\u00fcr den an der Hand verletzten Sebastian Nowak eingesprungen war, noch vier Punkte f\u00fcr das G\u00e4ste-Konto sammelte, verbuchte man bestenfalls unter Chronistenpflicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu den eher stillen Genie\u00dfern am Mattenrand z\u00e4hlte Lothar Metz (74 Jahre). Der Olympiasieger von 1968 bereute es nicht, gemeinsam mit Ehefrau Helga der Einladung des RV L\u00fcbtheen gefolgt und aus Rostock angereist zu sein: \u201eAuch nach so langer Zeit bleibt das Kribbeln. Wir haben teilweise sehr gute K\u00e4mpfe gesehen. Und vor allem diese Stimmung \u2013 einfach toll.\u201c Die Volleyballerinnen des VC Parchim II fieberten ebenfalls kr\u00e4ftig mit. Gleich sechs Spielerinnen aus dem Team, das aktuell ungeschlagen die Landesliga-Tabelle anf\u00fchrt, verfolgten das Geschehen aus n\u00e4chster N\u00e4he. Nicht von ungef\u00e4hr: Zumindest Zuspielerin Vanessa Derrath (15 Jahre) ist praktisch mit dem Ringkampfsport gro\u00df geworden. Ihr Papa und Trainer, Heiko Derrath, hat selbst f\u00fcr Rostock in der 1. Bundesliga gerungen. Die jungen Parchimerinnen hatten ihre Vereins-T-Shirts im Gep\u00e4ck, die sie den Ringern im allgemeinen Freudentaumel \u00fcberreichten: \u201eAls Gl\u00fccksbringer f\u00fcr die neue Saison\u201c, sagte Mannschaftsf\u00fchrerin Lisa Drefahl. Die neue Saison, das ist f\u00fcr den RVL allerdings Zukunftsmusik. An diesem Abend galt es, den Augenblick zu genie\u00dfen. Und es wurde ein langer Augenblick: In der zur Party-Meile umgewandelten Hans-Oldag-Zone ging bis in die Morgenstundenso richtig die Ringer-Post ab.<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.ringen-luebtheen.de\/?p=2377\" target=\"_blank\">Bilder<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDas war alles so abgesprochen\u201c, meinte Uwe Bremer mit einem breiten Lachen. Der Pr\u00e4sident des Ringerverbandes Mecklenburg-Vorpommern musste seine Stimme ganz sch\u00f6n erheben, um \u00fcberhaupt durchzudringen. Die L\u00fcbtheener Hans-Oldag-Halle \u201ekochte\u201c noch lange nachdem die Entscheidung im letzten Saisonkampf der 2. 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