{"id":5670,"date":"2021-06-04T07:54:04","date_gmt":"2021-06-04T05:54:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sav-torgelow-ringen.de\/RV%20MV2\/wordpress_341-de\/wordpress\/?p=5670"},"modified":"2021-06-04T07:54:04","modified_gmt":"2021-06-04T05:54:04","slug":"vor-den-olympischen-spielen-2021-in-tokyo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ringen-mv.de\/?p=5670","title":{"rendered":"Vor den Olympischen Spielen 2021 in Tokyo"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_5671\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.ringen-mv.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/aline1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5671\" class=\"size-medium wp-image-5671\" src=\"http:\/\/www.ringen-mv.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/aline1-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.ringen-mv.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/aline1-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.ringen-mv.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/aline1.jpg 544w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-5671\" class=\"wp-caption-text\">Aline Rotter-Focken Foto: privat<\/p><\/div>\n<p><strong>Nachgefragt bei der deutschen Erfolgsringerin Aline Focken<\/strong><br \/>\n<strong>R\u00fcckblick: Ringer aus M-V bei den Olympischen Spielen<\/strong><\/p>\n<p>\u201eRingen ist mein Leben und hat mir so viel gegeben&#8230;\u201c<br \/>\nOlympia und Tokyo 2021. Keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit in Zeiten einer globalen Corona-Pandemie. Nachdem die Spiele 2020 auf dieses Jahr verschoben werden mussten, folgte erneut grosse Skepsis, ob zumindest im Juli\/August Tokyo die Sportlerinnen und Sportler aus aller Welt begr\u00fc\u00dfen kann. Und noch immer stehen hinter Olympia 2021 in Tokyo viele Fragezeichen.<!--more--><br \/>\nDer \u201eCorona-Notstand\u201c f\u00fcr Tokyo und andere japanische Regionen wurde bis zum 20.Juni verl\u00e4ngert \u2013 einen Monat sp\u00e4ter sollen dann die Olympischen Spiele beginnen\u2026 Ohne ausl\u00e4ndische Zuschauer, mit reduzierter Anzahl an Journalisten, Funktion\u00e4ren und Offiziellen sowie eingeschr\u00e4nkter Bewegungsfreiheit f\u00fcr die Athletinnen und Athleten, die seit f\u00fcnf Jahren unter gro\u00dfen Entbehrungen, mit ganz viel Enthusiasmus sowie Herzblut und gro\u00dfem Trainingsflei\u00df ihren Olympiatraum auch unter Pandemie-Bedingungen realisieren wollen. Olympia 2021 ist sowohl eine Chance als auch ein Risiko, aber es ist ebenfalls eine Hoffnung f\u00fcr die Nach-Corona-\u00c4ra, nicht nur im Sport.<br \/>\nEine deutsche Erfolgsringerin Aline Rotter-Focken, aus Krefeld, Jahrgang 1991, seit der Junioren-EM 2007, also seit 14 Jahren eine flei\u00dfige Medaillen-Sammlerin bei internationalen Wettk\u00e4mpfen, hat zudem gro\u00dfe Ziele f\u00fcr Tokyo 2021\u2026<br \/>\nNachgefragt bei Aline<br \/>\nAline \u00fcber ihre Erwartungen an die Spiele 2021, ihre Trainingsbedingungen in Pandemie-Zeiten, ihre j\u00fcngsten Erfolge, die Bedeutung Olympischer Spiele und neue Ziele<br \/>\n\u201eRingen ist mein Leben und hat mir so viel gegeben&#8230;\u201c<br \/>\nFrage: Olympia 2021 r\u00fcckt immer n\u00e4her \u2013 ein Olympia in Zeiten einer globalen Pandemie. Was erhoffen, erwarten Sie von Tokyo 2021 \u2013 jenseits der sportlichen Ambitionen?<br \/>\nAline: Ich habe mir tats\u00e4chlich alle gr\u00f6\u00dferen Erwartungen abgew\u00f6hnt. Ich muss einfach realistisch sein, dass es zwar ein riesiges Event mit vielen Sportlern aus aller Welt sein wird, aber leider ohne jegliche Besonderheiten, welche Olympische Spiele normalerweise haben &#8211; wie zum Beispiel das Deutsche Haus, Begegnungen zwischen Sportlerinnen bzw. Sportlern, Kennenlernen anderer Disziplinen, Besuch von Partys und und und&#8230; Das wird leider alles fehlen.<br \/>\nFrage: Nat\u00fcrlich wollen Sie, als Weltmeisterin 2014 und Weltcup-Siegerin 2020, nicht als \u201eTouristin\u201c nach Tokyo\u2026 Was sind Ihre sportlichen Ziele? Wie beurteilen Sie die Konkurrenz in Ihrer Gewichtsklasse, dem Schwergewicht?<br \/>\nAline: Die Konkurrenz in meiner Gewichtsklasse ist sehr gro\u00df. Mit mir gehen insgesamt vier Weltmeisterinnen und zwei Olympiasiegerinnen an den Start, die Silber- und Bronzemedaillen-Gewinnerinnen sind nicht mal mitgez\u00e4hlt. Nichtsdestotrotz ist es nach wie vor mein Ziel, eine Olympiamedaille zu gewinnen und mir dort meinen gro\u00dfen Traum zu erf\u00fcllen.<br \/>\nFrage: Die Trainingsbedingungen in dieser Corona-Pandemie waren bestimmt auch f\u00fcr Sie alles andere als optimal. Wie sah Ihr Training seit M\u00e4rz 2020 aus? Mussten Sie auch \u201eim Wohnzimmer\u201c trainieren?<br \/>\nAline: Nein, ich hatte ziemlich gro\u00dfes Gl\u00fcck, weil ich fast normal weiter trainieren konnte. Mein Schwiegervater hat sich vor Jahren einen gro\u00dfen Kraftraum f\u00fcr sein Hobby Bodybuilding eingerichtet, in dem ich mein Kraft- und Ausdauertraining auf dem Laufband usw. normal weitermachen konnte. Auf die Matte konnte ich auch &#8211; und zwar zusammen mit meinem Mann Jan, der selbst jahrelang Nationalmannschaftsringer war! Das war dann im Gymnastikstudio meiner Schwiegermutter, welches ja auch wegen Corona seit Monaten leer stehen muss.<br \/>\nFrage: Gab es in den letzten Monaten mitunter negative Gedanken a la \u201eWarum tue ich mir das Ganze noch an?!\u201c \u2026<br \/>\nAline: Nicht mehr als sonst auch! Es gab schon mal ein paar Tage oder Stunden, in denen man einfach auch mal genervt war und nicht wusste, k\u00f6nnen wir bald wieder ringen, findet das Turnier jetzt statt &#8211; Ja oder Nein. Aber trotzdem hat die Pandemie nichts an meiner Motivation und meinen Zielen ge\u00e4ndert.<br \/>\nFrage: Der Weltcup-Gewinn, WM-Ersatz 2020, war ein grandioser Erfolg. Wie bewerten Sie pers\u00f6nlich diesen Triumph?<br \/>\nAline: F\u00fcr mich war es ein toller Erfolg zur rechten Zeit. Ich habe die Lockdown-Zeit echt gut genutzt und intensiv physisch und psychisch gearbeitet, um daraus st\u00e4rker hervor zu gehen. Und der World-Cup-Sieg am Ende dieses verr\u00fcckten Jahres 2020 hat mich dann f\u00fcr meine harte Arbeit belohnt.<br \/>\nFrage: 2016 erlebten Sie Olympia schon einmal, wenngleich es sportlich nicht so optimal lief. Welche Bedeutung hat Olympia in der heutigen Zeit, die durch Kommerz, Politik und Gigantismus auch im Sport gekennzeichnet ist?<br \/>\nAline: F\u00fcr mich hat sich an der Bedeutung nichts ge\u00e4ndert. Nat\u00fcrlich wei\u00df ich, dass es eine immer mehr umstrittenere Veranstaltung ist, bei der leider nicht mehr nur noch der Sport und die Athletinnen bzw. Athleten im Vordergrund stehen. Trotzdem haben die Olympischen Spiele einfach eine unglaubliche Bedeutung f\u00fcr mich und jede Olympiasiegerin bzw. jeder Olympiasieger bleiben f\u00fcr mich unsterblich.<br \/>\nFrage: MV ist nun auch ein traditionsreiches Ringerland. Der Wahl-Rostocker Lothar Metz holte bei den Spielen 1964 in Tokyo Bronze\u2026 Waren Sie als Ringerin oder \u201eTouristin\u201c auch schon in M-V \u201eunterwegs?<br \/>\nAline: Leider noch nicht. Ich war schon in Schleswig-Holstein im Urlaub an der Nordsee, aber M-V steht auf jeden Fall noch auf meiner Liste an Reisezielen, die ich noch entdecken will und muss.<br \/>\nLetzte Frage: Nach Olympia 2021 wollen Sie Ihre sportliche Karriere beenden. Bleiben Sie dem Ringen weiterhin treu \u2013 eventuell als Trainerin? Welche beruflichen Pl\u00e4ne haben Sie?<br \/>\nAline: Ja. Auf jeden Fall. Ich habe eine spannendes Job-Angebot in der Verwaltung des Deutschen Ringer-Bunds erhalten und m\u00f6chte mich auch nebenher als Trainerin engagieren. Ringen ist mein Leben und hat mir so viel gegeben, sodass ich damit niemals richtig brechen m\u00f6chte.<br \/>\nVielen Dank und dann maximale Erfolge in Tokyo! Auch das Ringerland M-V dr\u00fcckt Ihnen die Daumen!<\/p>\n<p>Ringer aus M-V bei den Olympischen Spielen<br \/>\nLothar Metz (ASK Vorw\u00e4rts Rostock) nahm zwischen 1960 und 1972 viermal an Olympischen Spielen im griechisch-r\u00f6mischen Stil teil und seine Bilanz ist \u201eatemberaubend\u201c: 1 x Gold, 1 x Silber und 1 x Bronze. Den Olympiasieg errang er \u201968 in Mexico-City. Metz\u2018 Klubkollege Rudolf Vesper (wie dieser Jahrgang 1939) war zweimal Olympionike: 1964 und 1968. Beim ersten Mal noch \u201eLehrling\u201c (Achter) wurde Vesper beim zweiten Anlauf Olympiasieger. Ohne Medaillengewinn, trotz guter Leistungen, blieb der in Teusin bei Demmin geborene Klaus Pohl. Er startete 1968 (Leichtgewicht, GR) und 1972 (Weltergewicht, GR, 7. Platz). F\u00fcr den Weltmeister von 1977, Heinz-Helmut Wehling (ASK Vorw\u00e4rts Rostock), gab es ein Jahr zuvor, bei den Spielen \u201976 in Montreal, Bronze. Bei Olympia 1972 war es sogar Silber gewesen.<br \/>\nHervorragende Platzierungen erreichte auch Roland Gehrke. Dieser schrammte zweimal ganz knapp an einer Medaille (Superschwergewicht; Freistil) vorbei. In Montreal 1976 und in Moskau 1980 wurde er jeweils Vierter. Hans-Dieter Br\u00fcchert wurde 1976 in der Klasse bis 57 kg im Freistil-Ringen olympischer Silbermedaillen-Gewinner.<br \/>\nDietmar Hinz, Jahrgang 1953 mit Geburtsort Loitz, schaffte im Halbfliegengewicht in Montreal 1976 Platz f\u00fcnf. Der geb\u00fcrtige Rostocker Otto Steingr\u00e4ber, Jahrgang 1957, war Olympia-Teilnehmer 1980 in Moskau (Weltergewicht, Freistil). Des Weiteren nahmen Armin Weier aus Vorbein (1980, Mittelgewicht, Freistil), Olaf Koschnitzke aus Grevesm\u00fchlen (1988, Halbschwergewicht, GR), Olaf Brandt aus Greifswald (1992, Fliegengewicht, GR) und Rene Schniekel aus L\u00fcbz (1996, Superschwergewicht, GR, 6.Platz) an den Spielen teil.<br \/>\nGanz knapp k\u00e4mpfte sich \u00fcbrigens schon der geb\u00fcrtige Anklamer John Roland Redman (f\u00fcr die USA startend) an einer Medaille (Leichtschwergewicht, Freistil) vorbei. 1920 in Antwerpen wurde er Vierter.<\/p>\n<p>Texte: M.Michels<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachgefragt bei der deutschen Erfolgsringerin Aline Focken R\u00fcckblick: Ringer aus M-V bei den Olympischen Spielen \u201eRingen ist mein Leben und hat mir so viel gegeben&#8230;\u201c Olympia und Tokyo 2021. Keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit in Zeiten einer globalen Corona-Pandemie. 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