{"id":5766,"date":"2021-10-27T13:39:54","date_gmt":"2021-10-27T11:39:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sav-torgelow-ringen.de\/RV%20MV2\/wordpress_341-de\/wordpress\/?p=5766"},"modified":"2021-10-27T13:39:54","modified_gmt":"2021-10-27T11:39:54","slug":"olympische-jubilaeen-2021-auch-aus-ringkampfsportlicher-sicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ringen-mv.de\/?p=5766","title":{"rendered":"Olympische Jubil\u00e4en 2021 &#8211; auch aus ringkampfsportlicher Sicht"},"content":{"rendered":"<p><strong>Vor 125 Jahren &#8211; Erster deutscher Olympiasieg im Ringen<\/strong><br \/>\nOlympia ist inzwischen in keinem guten \u201eFahrwasser\u201c. Es wurde immer \u201ebombastischer\u201c, \u201egr\u00f6\u00dfer\u201c, \u201egigantischer\u201c, \u201etrendiger\u201c und \u201eelit\u00e4rer\u201c.<br \/>\nIn den Arenen rollt nicht nur \u201eder Rubel\u201c, die wirtschaftlichen bzw. politischen Protagonisten sitzen auf den Trib\u00fcnen und fr\u00f6nen dem Tun im Schwimmbecken, auf Tartanbahnen, auf Bahnen, Pauschenpferden, richtigen Pferden oder sonstigen Ger\u00e4tschaften. <!--more-->Sponsoren versuchen immer mehr, Einflu\u00df auf die Gestaltung des olympischen Programmes zu erhalten. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr die diversen \u201eTV-Rechte-Inhaber\u201c\u2026<br \/>\nDie Nachrichten zu den vergangenen Olympischen Spielen, im Prinzip seit Mitte der 1990er Jahre, waren oftmals zudem alles andere als erfreulich: Korruption, Umweltskandale, Zwangsumsiedlungen aufgrund der Schaffung neuer Stadien, extrem teure Sportanlagen, deren nachhaltige Nutzung fraglich ist, und mitunter Austragungsl\u00e4nder, die ebenfalls gro\u00dfe wirtschaftliche Probleme hatten bzw. haben, in denen es auch eine gro\u00dfe Armut gibt.<\/p>\n<p><strong>Von Athen 1896 zu Melbourne 1956<\/strong><br \/>\nVor 125 Jahren und vor 65 Jahren war dagegen zwar auch nicht alles gut, aber Olympia war noch f\u00fcr die Sportlerinnen und Sportler da, nicht f\u00fcr Sponsoren, Funktion\u00e4re oder Journalisten.<br \/>\nOlympia ist inzwischen ein Gesch\u00e4ft, dabei wird \u00fcbersehen, dass genau das der Grund f\u00fcr den Untergang der Olympischen Spiele der Antike war: Korruption, Geldverschwendung, Betrug und politische Einflu\u00dfnahme.<br \/>\nIn Athen 1896 nahmen nur knapp 250 Athleten aus 14 L\u00e4ndern teil, die Wettkampfst\u00e4tten und Unterk\u00fcnfte, auch f\u00fcr die Offiziellen, waren bescheiden. Die Presse berichtete sachlich, wenn auch nicht immer emotionsfrei. Die Amerikaner sammelten die meisten Goldmedaillen (11), die Griechen die meisten Medaillen insgesamt (50) und die Deutschen kamen auf sieben erste Pl\u00e4tze, sechs zweite Pl\u00e4tze und einen dritten Platz. Aber der Medaillenspiegel spielte 1896 \u00fcberhaupt keine Rolle. 44 Entscheidungen in 9 Sportarten gab es. Das Fu\u00dfball-Turnier fiel aus \u2013 nur ein deutsches Team hatte gemeldet. Rudern, bis auf eine Entscheidung, und Segeln fielen g\u00e4nzlich der Witterung zum Opfer. Die Sportler nahmen es mit Gelassenheit hin.<\/p>\n<p><strong>Carl Schuhmann \u00fcberraschte alle<\/strong><br \/>\nObwohl die damalige Deutsche Turnerschaft die olympische Idee ablehnte, nahmen 21 Athleten aus Deutschland an den 1896er Spielen teil. Carl Schuhmann (Berliner Turnerschaft) schrieb dabei deutsche Sportgeschichte &#8211; nicht nur, dass er gleich in vier Sportarten startete, im Gewichtheben, im Turnen, in der Leichtathletik und im Ringen, nein, er besiegte die Griechen in ihrer traditionsreichsten Sportart noch dazu.<br \/>\nIn der einzigen Ringer-Entscheidung 1896, in der Klasse ohne Gewichtslimit im griechisch-r\u00f6mischen Stil, stahl mit Carl Schuhmann der seinerzeit kleinste (nur 1,63 Meter gro\u00df!) und schm\u00e4chtigste Ringer in diesem Wettkampf &#8211; neben Schuhmann meldeten auch die beiden Griechen Georgios Tsitas bzw. Stefanos Christopoulos, der Ungar Momcsillo Tapavicza und der Brite Launceston Elliot, alle vier gr\u00f6\u00dfer und viel schwerer &#8211; den griechischen Favoriten die Show. An zwei Tagen (10. und 11.April 1896) brachte er in insgesamt 65 Minuten &#8211; der erste Kampf musste wegen einsetzender Dunkelheit nach rund 40 Minuten abgebrochen werden &#8211; den Griechen Georgios Tsitas zu Fall. Nach 15 Minuten in der Kampffortsetzung am 11.April 1896&#8230;<br \/>\nDazu gewann Carl Schuhmann zwischen 9. und 11.April 1896 noch drei Goldmedaillen im Turnen, unter anderem zusammen (Reck-Team, Barren-Team) mit Alfred Flatow aus der pommerschen Stadt Danzig, der sp\u00e4ter (1903) die J\u00fcdische Turnerschaft in Deutschland begr\u00fcndete. (Anmerkung: Im KZ Theresienstadt kam der integre und vorbildliche Sportler Alfred Flatow dann 1942 um &#8211; die Nationalsozialisten kannten keine Gnade&#8230;)<br \/>\nNur zu Hause in Deutschland erwartete Carl Schuhmann nicht &#8211; wie 125 Jahre sp\u00e4ter die erste deutsche Olympiasiegerin im Ringen, Aline Rotter-Focken &#8211; viel Applaus und Anerkennung! Im Gegenteil, dieser historische Sieg von Carl Schuhmann wurde seitens der Deutschen Turnerschaft diffamiert, herabgesetzt. Olympische Spiele der Neuzeit, begr\u00fcndet noch dazu von einem Franzosen (Baron Pierre de Coubertin) &#8211; das war f\u00fcr die deutsche Sportobrigkeit damals &#8222;Verrat am Vaterland&#8220;. Carl Schuhmann zog die Konsequenzen, siedelte ins Vereinigte K\u00f6nigreich \u00fcber und kam erst 22 Jahre sp\u00e4ter zur\u00fcck nach Deutschland.<\/p>\n<p><strong>Vor mehr als 60 Jahren \u2013 Olympia in Melbourne<\/strong><br \/>\nMelbourne 1956 war da schon etwas anders, als Athen 1896, aber immer noch sehr angenehm. Es gab schon 151 Entscheidungen in 18 Sportarten \u2013 immer noch eine \u00fcberschaubare Anzahl. Rund 3300 Athletinnen und Athleten aus 72 Nationen waren vor Ort (in Melbourne und bei den separaten Reiterspielen in Stockholm).<br \/>\nAuch Sportlerinnen und Sportler mit \u201eMV-Hintergrund\u201c waren darunter. Es gab sogar Medaillen-Glanz aus M-V-Sicht. Der Ruderer Karl-Heinrich von Groddeck, in Tutow (heutiger Landkreis Vorpommern-Greifswald) geboren, schaffte mit dem deutschen \u201eZweier mit\u201c Silber. Der Hockeyspieler Heinz Radzikowski, 1925 in Stolpe geboren, wurde mit der gesamtdeutschen Feldhockey-Mannschaft Dritter.<br \/>\nDer Hanseate Horst Mann qualifizierte sich ebenfalls f\u00fcr Olympia 1956. Dieser, in Neustettin geboren, sorgte bereits 1955 f\u00fcr eine ziemliche \u00dcberraschung, als er in 47,8 Sekunden den DDR-Meistertitel \u00fcber die 400 Meter gewann. Im Olympia-Jahr 1956 wiederholte Horst Mann den Triumph. \u00dcberhaupt war er ein gro\u00dfartiger 400 Meter-L\u00e4ufer, der in seiner sportlichen Karriere unter anderem f\u00fcr Einheit Rostock, die HSG Wissenschaft Greifswald und den SC Empor Rostock startete, wobei er den damaligen DDR-Rekord auf 47 Sekunden verbessern konnte.<br \/>\nDazu der fr\u00fchere L\u00e4ufer und sp\u00e4tere Trainer Peter Schoenen (Wismar, 2016 verstorben), der gerade in seinen jungen Jahren gro\u00dfe Erfolge feierte, bei der Hochschulsportgemeinschaft Wismar Marita Koch betreute und wegen seiner politischen Haltung zur SED-Sportf\u00fchrung in der DDR dann sp\u00e4ter \u201eBerufsverbot\u201c erhielt: \u201eHorst Mann war damals schon ein Idol f\u00fcr uns junge L\u00e4ufer. Er beeindruckte mit seinen Leistungen national und international. Wir freuten uns damals alle, dass einer von uns aus Mecklenburg die Qualifikation f\u00fcr Olympia schaffte. Horst Mann war ein Vorbild f\u00fcr uns.\u201c<\/p>\n<p><em>Beste Jahre 1954, 1955 und 1956<\/em><br \/>\nSeine besten Jahre hatte Mann 1954 bis 1956: So war es letztendlich keine \u00dcberraschung mehr, dass er zu jenen 37 Sportlerinnen und Sportlern der DDR (von 276) geh\u00f6rte, die sich f\u00fcr das gesamtdeutschen Olympia-Team 1956 qualifizieren konnten. Auch der 1931 in Skordiniza geborene Friedrich Janke, der nach 1945 zun\u00e4chst in Mecklenburg lebte, geh\u00f6rte zum deutschen Olympia-Aufgebot 1956 in Melbourne. Janke startete \u00fcber 5000 Meter.<\/p>\n<p><em>Schnell &#8222;Endstation&#8220; f\u00fcr beide<\/em><br \/>\n\u201eDown Under\u201c war f\u00fcr beide mecklenburgische L\u00e4ufer allerdings nicht die Offenbarung, beide kamen \u00fcber die Vorl\u00e4ufe nicht hinaus. Friedrich Janke verpasste dann vier Jahre sp\u00e4ter, 1960 in Rom, eine Medaille denkbar knapp. Er wurde Vierter. Sp\u00e4ter trainierte er solche Weltklasse-L\u00e4uferinnen, wie beispielsweise Uta Pippig, Ulrike Bruns oder Gunhild Hoffmeister.<br \/>\nDen 400 Meter Lauf von Melbourne gewann der Amerikaner Charles Jenkins in 46,7 Sekunden vor Karl-Friedrich Haas, den geb\u00fcrtigen Berliner, der f\u00fcr den 1.FC N\u00fcrnberg startete und den zeitgleichen Dritten Voitto Hellsten (Finnland) bzw. Ardalion Ignatjew (Sowjetunion). \u00dcber die 5000 Meter triumphierte Wladimir Kuz (Sowjetunion), der auch \u00fcber die 10000 Meter siegte, in 13:39,6 Minuten vor Gordon Pirie (Gro\u00dfbritannien) und Derek Ibbotson (Gro\u00dfbritannien).<br \/>\nAuch wenn es mit einer leichtathletischen Olympia-Medaille \u201eMade in M-V\u201c 1956 noch nichts wurde. Erfreuliche olympische Schlagzeilen aus deutscher Sicht gab es dennoch. So gewannen die Kanuten Meinrad Miltenberger\/Michel Scheuer im Zweier-Kajak die erste olympische Goldmedaille f\u00fcr deutsche Sportlerinnen und Sportler im Rahmen Olympischer Sommerspiele nach dem zweiten Weltkrieg. In Melbourne fanden diese ziemlich sp\u00e4t vom 22.November bis 8.Dezember 1956 statt. Im australischen Sommer, aber im deutschen Fr\u00fchwinter sozusagen<\/p>\n<p><strong>Melbourne 1956 hatte \u201eseine Reize\u201c<\/strong><br \/>\nDabei: Das erste \u201esommerliche Olympia-Gold\u201c f\u00fcr einen deutschen Sportler ging eigentlich an einen Reiter. Die strengen Quarant\u00e4ne-Bestimmungen der Australier verhinderten die Einreise der Pferde auf den f\u00fcnften Kontinent und so mu\u00dften die olympischen Medaillengewinner im Reitsport au\u00dferhalb Australiens ermittelt werden.<br \/>\nVom 10. bis 17. Juni gab es daher \u201eOlympische Reiterspiele\u201c in Stockholm, die zum Programm der XVI.Olympischen Sommerspiele geh\u00f6rten. Dabei sorgten die deutschen Springreiter, allen voran Hans G\u00fcnter Winkler auf \u201eHalla\u201c f\u00fcr Furore. Trotz eines Leistenbruches und dank eines \u00fcberragenden \u201eHalla\u201c sicherte sich der Ausnahme-Reiter Gold im Einzel und auch im Team.<br \/>\nDie dann folgenden 1956er (Gesamt-)Spiele standen zun\u00e4chst unter keinem guten Stern. Nach dem Aufstand in Ungarn und dem damit verbundenen Einschreiten der russischen Truppen forderten viele L\u00e4nder einen Boykott der Spiele. Zudem sorgte die Suez-Krise f\u00fcr eine aufgeheizte politische Atmosph\u00e4re. Dennoch kam es zu keinem gr\u00f6\u00dferen Boykott, die meisten Sportlerinnen und Sportler aus Ost und West waren weiter als ihre Politiker zu Hause und schlossen grenz\u00fcbergreifend Freundschaften.<br \/>\nUnr\u00fchmliche Ausnahme: Das Wasserballspiel zwischen Ungarn und der Sowjetunion, bei dem es Schl\u00e4gereien innerhalb und au\u00dferhalb des Wassers gab.<br \/>\nErfreulich hingegen das Miteinander im Gewichtheben\u2026 Das Duell USA gegen UdSSR endete zwar 4:3 f\u00fcr die USA, aber es gab freundschaftliche Kontakte zwischen den Teams aus beiden \u201everfeindeten\u201c L\u00e4ndern.<br \/>\nDas US-Gewichtheber-Team um Tommy Kono und Paul Anderson, den \u201eKran von Tennessee\u201c, hatte im vorolympischen Jahr 1955 eine Wettkampfreise durch die UdSSR, da entstanden bereits gute Kontakte. Paul Anderson engagierte sich \u00fcbrigens auch in den USA sozial sehr stark, betreute sozial benachteiligte Jugendliche\u2026<br \/>\nF\u00fcr die Highlights aus deutscher Sicht sorgten neben den Kanuten Meinrad Miltenberger\/Michel Scheuer und Reiter Hans G\u00fcnter Winkler auch der Turner Helmut Bantz mit Gold im Pferdsprung und Ursula Happe ebenfalls mit Gold im Schwimmen (200 Meter Brust).<br \/>\nIm Bantamgewicht erk\u00e4mpfte Boxsportler Wolfgang Behrendt das erste Olympia-Gold f\u00fcr die DDR, vor Song Soon-Chun (S\u00fcdkorea), Claudio Barrientos (Chile) bzw. Frederick Gilroy (Irland).<\/p>\n<p><strong>Sowjetische Dominanz 1956 im Ringen<\/strong><br \/>\nIm Ringen dominierten 1956 die Sowjetunion mit sechsmal Gold, die T\u00fcrkei mit dreimal Gold, der Iran, Japan bzw. Finnland mit zweimal Gold und Bulgarien mit einmal Gold. Das deutsche Ringer-Quintett Fred K\u00e4mmerer, Siegfried Sch\u00e4fer, Alfred Tischendorf, Johann Sterr und Wilfried Dietrich, dem &#8222;Kran aus Schifferstadt&#8220;, kam immerhin zu einer Silbermedaille. Wilfried Dietrich holte dabei in seinem Wettkampf Anfang Dezember 1956 diese Silberne &#8211; unterlag im entscheidenden Kampf um Gold im Schwergewicht im griechisch-r\u00f6mischen Stil Anatoli Parfjonow aus der UdSSR.<br \/>\nNach Abschlu\u00df der Olympischen Spiele in Melbourne war die Sowjetunion mit 37 x Gold, vor den USA mit 32 x Gold, Australien mit 13 x Gold, Ungarn mit 9 x Gold, Italien und Schweden mit jeweils 8 x Gold und dem gesamtdeutschen Team mit 6 x Gold die erfolgreichste Mannschaft.<\/p>\n<p><strong>\u00dcberschaubare Spiele mit herzlicher Atmosph\u00e4re<\/strong><br \/>\nDie Stars der Spiele 1956 waren die russische Turnerin Larissa Latynina (4 x Gold) und die australische Leichtathletin Betty Cuthbert (3 x Gold).<br \/>\nF\u00fcr \u201eG\u00e4nsehaut-Feeling\u201c sorgte die Abschlussfeier in Melbourne. Auf Vorschlag des in Melbourne lebenden jungen Taiwan-Chinesen John Wing kamen als Ausdruck echter V\u00f6lkerfreundschaft die Teams nicht streng geordnet nach L\u00e4nder-Teams ins Stadion, sondern bunt gemischt, ohne Fahnen, Wimpel und nationalem Trara.<br \/>\nMelbourne 1956 \u2013 Olympia war damals eben noch relativ famili\u00e4r und gem\u00fctlich. Die Politik blieb auch dort zwar nicht \u201eau\u00dfen vor\u201c, aber am Ende gab es sogar einige aufrichtige Sport-Freundschaften zwischen den vermeintlichen \u201eKlassenfeinden\u201c. Und auch Mecklenburger und Vorpommern waren mittendrin!<\/p>\n<p><strong>Von Melbourne 1956 nach Sydney 2000<\/strong><br \/>\n44 Jahre nach dem Spielen in Melbourne rief dann 2000 Sydney die Sportjugend der Welt. Und mit Sydney begannen die Spiele endg\u00fcltig in eine neue Entwicklungsphase zu treten, was sich bereits 1996 in Atlanta abzeichnete. Olympia wurde gigantischer &#8211; 300 Entscheidungen und Teilnehmerinnen bzw. Teilnehmer aus 199 Staaten. Sponsoren und TV-Vermarkter griffen in die Wettkampfplanung ein, Olympia wurde zur B\u00fchne des Profisportes und vermeintlicher &#8222;Stars&#8220;.<br \/>\nAnerkennenswert bleiben aber, wie schon 1956 in Melbourne, die Gastfreundschaft, Herzlichkeit und Freude, welche die australischen Gastgeberinnen bzw. Gastgeber 2000 vermittelten.<\/p>\n<p><strong>Apropos Freude<\/strong><br \/>\nFreude hatten durchaus auch einige in Sydney startende Athletinnen und Athleten aus M-V. Kanu-Rennsportler Andreas Dittmer vom SC Neubrandenburg kam im Canadier-Einer \u00fcber 1000 Meter zu Gold und \u00fcber 500 Meter zu Bronze. Der Rostocker Jan Ulrich schaffte Gold im Stra\u00dfen-Einzel-Rennen und Silber im Stra\u00dfen-Zeitfahren. Zu Silber fuhr der geb\u00fcrtige Hagenower und Wahl-Schweriner Stefan Nimke im Bahn-Radsport (1000 Meter-Zeitfahren). Bronze-Momente in Sydney hatten hingegen Kanu-Rennsportler Stefan Utess (SC Neubrandenburg, Zweier-Canadier \u00fcber 1000 Meter), Kugelsto\u00dferin Astrid Kumbernuss (SC Neubrandenburg), Wasserspringerin D\u00f6rte Lindner (WSC Rostock, Drei-Meter-Brett), die geb\u00fcrtige Warenerin Katrin Rutschow-Stomporowski (Frauen-Einer) bzw. der Schwimmer und sp\u00e4tere Wahl-Rostocker Thomas Rupprath (4 x 100 Meter Lagen).<\/p>\n<p><strong>&#8222;Schulle&#8220; 2000 Achter<\/strong><br \/>\n&#8222;Mister Diskus&#8220;, der langj\u00e4hrige Wahl-Schweriner J\u00fcrgen Schult, bis 1998 Mitglied des SC Traktor Schwerin\/Schweriner SC, wurde bei seinen vierten und letzten Olympischen Spielen noch einmal Achter, nachdem er 1988 in Seoul Rang eins, 1992 in Barcelona Rang zwei und 1996 in Atlanta Rang sechs belegt hatte. Bei den &#8222;Wettk\u00e4mpfen der Freundschaft&#8220; 1984, der faktischen &#8222;Alternativ-Veranstaltung&#8220; der von den Ostblock-Staaten boykottierten Spiele 1984 in Los Angeles, wurde J\u00fcrgen Dritter.<br \/>\nKleine Anmerkung: &#8222;Schulle&#8220; ist der letzte DDR-Sportler, der Gold gewann &#8211; am 1.Oktober 1988 in Seoul. Sein Weltrekord aus dem Jahr 1986 &#8211; Weite: 74,08 Meter &#8211; besteht immer noch.<\/p>\n<p><strong>Gute Platzierungen f\u00fcr Andrea und einige SSC-Volleyball-Spielerinnen<\/strong><br \/>\nDie langj\u00e4hrige Leichtathletin des SC Traktor Schwerin\/Schweriner SC (1984-1994), Andrea Philipp, erreichte in Sydney mit der deutschen 4 x 100 Meter-Staffel einen guten sechsten Rang. Einen ebenfalls guten sechsten Platz schaffte auch die deutsche Frauen-Volleyball-Nationalmannschaft 2000 &#8211; mit f\u00fcnf damals aktuellen bzw. fr\u00fcheren Spielerinnen des SC Traktor Schwerin\/Schweriner SC, wie Christina Schultz (1983-1995, 1999-2002 beim SCT\/SSC), Sylvia Roll (1989-1998, 2004-2007 und 2009-2010 beim SCT\/SSC), Hanka Pachale (1990-1998 beim SCT\/SSSC), Beatrice D\u00f6meland (1996-1998 beim SSC) und Christina Benecke (1998-1999 beim SSC).<\/p>\n<p><strong>Zum Ringen in Sydney<\/strong><br \/>\nUnd in puncto Ringen&#8230; Die zehn deutschen Ringer in Sydney gingen leider leer aus. Eigentlich. Und eigentlich doch nicht! Alexander Leipold (AC Bavaria Goldbach) erk\u00e4mpfte n\u00e4mlich olympische Gold 2000 im Weltergewicht (Freistil), ihm wurde dieses aber wegen erh\u00f6hter Nandrolonwerte, deren Ursachen auch nat\u00fcrliches Ursprungs sein konnten, aberkannt wurde. Keine faire Entscheidung seinerzeit. Zwar wurde Alexander Leipold von einer unabh\u00e4ngigen DOSB-Kommission vor 11 Jahren rehabilitiert, darf sich Sieger der Olympischen Spiele 2000 nennen, aber der offizielle &#8222;Titel&#8220; Olympiasieger bleibt ihm weiter versagt&#8230;<br \/>\nRussland stellte hingegen mit sechs Olympiasiegern 2000 in Sydney die erfolgreichste Ringer-Staffel.<br \/>\nIn der Endabrechnung der XXVII. Olympischen Spiele in Sydney 2000 belegte Deutschland mit 13 x Gold (56 Medaillen) den f\u00fcnften Rang, hinter den USA (37 x Gold, 93 Medaillen), Russland (32 x Gold, 89 Medaillen), China (28 x Gold, 58 Medaillen) und Australien (16 x Gold, 58 Medaillen).<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens:<\/strong> Die &#8222;\u00fcber-\u00fcber-n\u00e4chsten&#8220; Olympischen Spiele, 2032, werden wieder in Australien stattfinden &#8211; Austragungsort ist dann Brisbane.<br \/>\nMal schauen, wer dort f\u00fcr M-V, speziell auch aus dem Ringkampfbereich, in der Hauptstadt des australischen Bundesstaates Queensland dabei sein wird&#8230;<br \/>\nVorher geht es aber noch nach Paris 2024 und Los Angeles 2028!<\/p>\n<p>Marko Michels<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor 125 Jahren &#8211; Erster deutscher Olympiasieg im Ringen Olympia ist inzwischen in keinem guten \u201eFahrwasser\u201c. Es wurde immer \u201ebombastischer\u201c, \u201egr\u00f6\u00dfer\u201c, \u201egigantischer\u201c, \u201etrendiger\u201c und \u201eelit\u00e4rer\u201c. In den Arenen rollt nicht nur \u201eder Rubel\u201c, die wirtschaftlichen bzw. politischen Protagonisten sitzen auf den Trib\u00fcnen und fr\u00f6nen dem Tun im Schwimmbecken,<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-5766","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ringen-mv.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5766","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ringen-mv.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ringen-mv.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ringen-mv.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ringen-mv.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5766"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.ringen-mv.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5766\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5767,"href":"https:\/\/www.ringen-mv.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5766\/revisions\/5767"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ringen-mv.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5766"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ringen-mv.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5766"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ringen-mv.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5766"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}